|
|
Es handelt sich schließlich um die erwiesenermaßen weltweit härteste Sportveranstaltung gemessen an der zu erbringenden Gesamtleistung - vor allem, wenn man den kurzen Zeitraum der Leistungserbringung betrachtet.
Bei einer RAAM Teilnahme benötigt der Fahrer in der halben Zeit z.B. mehr als die dreifache Energiemenge (ca. 19.000 kJ pro Tag) als bei der Tour de France. Das Problem der dauerhaften, konstanten Leistung über ca. 11 Tage ist zu bewältigen und die wechselnden Streckenbedingungen von Wüste über die Rocky Mountains inklusive der starken Gegenwinde ist zu bestehen. Die Streckenführung ist nicht nur lang, sondern vor allem auf jedem Abschnitt eine schwere Herausforderung.
Die Motivation für solch ein Vorhaben ist vielschichtig. Meist beginnt es damit, dass man die Fitness verbessern will - wie bei Olaf. Wenn sich dann das befriedigende Gefühl einstellt, den inneren Schweinehund besiegt und eine Herausforderung gemeistert zu haben, will man mehr. Man möchte die eigenen Grenzen erleben, bis an das psychische und physische Leistungslimit herangehen: Sozusagen den eigenen Horizont aufreißen und öffnen für "neue Einblicke und Vorstellungen". Raus aus dem Alltag, ran an die Grenzen. Dazu neigte Olaf Schmitz schon immer - im Beruf wie auch bei seinen privaten Zielen.
Eine solche Haltung der kompromisslosen Zielstrebigkeit polarisiert. An Olaf Schmitz scheiden sich beizeiten die Geister. Er erfüllt zwar die gängigen Klischees vom überaus leistungswilligen Unternehmer, ist aber doch so etwas wie ein Sturkopf, der die Polarisation auch sucht. So verweigert er sich konsequent der Businesskleidung im Job und erlaubt sich neben dem professionellen Training immer wieder - wenn auch nun seltener - Ausschweifungen ins Gourmetlager. Stromlinienförmig ist er halt nicht.
Olaf war zunächst mit Manuela Schmeller, geb. 1983, gestartet, die aber nach einem Jahr Training, im Februar 2007, aufgrund einer Verletzung und der Härte der Herausforderung das Ziel aufgegeben hat. Olaf will nun zeigen, was mit Wille und Konstanz möglich ist - sich, aber auch Anderen. Es gibt viele Leute, die das Vorhaben kopfschüttelnd belächeln. Doch Olaf Schmitz meint: "Das kann und muss ein Außenstehender nicht begreifen. Die Idee mit dem RAAM war ein gefundenes Ziel, das irgendwie auf die Realisierung gewartet hat. Nun ist es an der Zeit, mit dem Tun einmal anzufangen."
Olaf Schmitz hat somit das unverrückbare Ziel, möglichst zunächst in einem Zweierteam spätestens nach neun Tagen in Atlantic City, zwei Autostunden südlich von New York, anzukommen. Egal wie, egal unter welchen Umständen - Hauptsache da. Bei der detaillierten Planung von Olaf Schmitz, ist allerdings anzunehmen, dass versucht wird für ein Duo Team eine herausragende Zeit durch Kombination von Leistung und Material zu erzielen. Ob er es irgendwann alleine probieren wird, ist noch nicht beschlossen.
|